Dem englischen Linguisten David Crystal zufolge wird das Internet der traditionellen englischen Rechtschreibung ein Ende setzen. So sagte er bei seiner Rede am Hay Festival 2013 der britischen Tageszeitung Telegraph, dass das Internet in etwa 50 Jahren überflüssige “stummen” Buchstaben in der Rechtschreibung ganz unterdrücken würde.

“Lästige” stumme Buchstaben

So sprach Crystal auf dem Telegraph Hay Festival von “lästigen”, stummen Buchstaben, die einer Rechtschreibung aus dem 18. Jahrhundert entsprungen seien. Allen voran liegen stumme Buchstaben wie h, welche oftmals mitgeschrieben werden, um an die Herkunft eines Wortes zu erinnern.

Das Internet und Sprache

Die Benützung des Internets wird sich auf unsere Sprache auswirken

So sagte Crystal, dass Englischsprecher eines Tages aufhören würden, das stumme p in receipt zu schreiben, um die Dinge zu vereinfachen. Auch meint er, dass das Wort “necessary” eines Tages anstatt mit c mit s geschrieben werden würde.

Rhubarb wird seit Jahren von ihm beobachtet

Das Wort rhubarb, zu deutsch Rhabarber, wird von Crystal seit Jahren gegoogelt. So habe er zu Beginn seiner Beobachtungen weit mehr Resultate mit korrekter Rechtschreibung, also rhubarb mit stummem h, erhalten. Fünf Jahre später fand er allerdings schon gut die Hälfte der Resultate ohne h.

Crystal meint, dass die vereinfachte Rechtschreibung, welche in den elektronischen Medien von Englischsprechern benutzt wird, bald die traditionelle Rechtschreibung verändern wird. Dies wird seiner Meinung nach eine Vereinfachung der Rechtschreibregeln und eine Simplifizierung der Worte zufolge haben.

David Chrystal über die Auswirkungen des Internets

Dabei sei laut Crystal der erste Schritt, dass sogenannter Internet-Slang in Mainstream-Werken veröffentlicht wird und somit offiziell in den schriftlichen Medien Fuß fasst. Dies kann bereits mit Simplifizierungen, wie u anstatt you, beginnen. Er sieht in 50 Jahren eine wesentliche Veränderung in der englischen Ortographie voraus.

Wer ist David Crystal?

David Crystal ist Honorarprofessor für Sprachwissenschaften an der Universität zu Wales, an welcher er zehn Jahre lang einen Lehrstuhl hatte. Weltweit bekannt ist er für seine Arbeit an der Cambrige-Enzyklopädie der englischen Sprache.